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  • Mag.Mareike Krieger

Darth Vader, Lillifee und Co – Magische Gestalten in der Entwicklung und Erziehung des Kindes

sieht man einen kleinen Darth Vader der verzweifelt versucht nach Jedi-Art mit Hilfe seiner Gedanke Dinge zu bewegen.  Tja, würden wir das nicht alle ab und zu gerne können ?

Bei Kindern gibt es allerdings eine Entwicklungsphase bei der dies nicht ungewöhnlich ist. Warum ist das so?

Eine Erklärung lieferte Jean Piaget:

Jean Piaget (1896 – 1980) entwickelte die Theorie des „genetischen Lernens“ (auch „struktur-genetische“ Theorie), die sich mit der Erklärung der kognitiven Entwicklung von Kindern beschäftigt. Im Mittelpunkt steht dabei die Interaktion eines Kindes mit seiner Umwelt. Piaget wird als „Übervater der Entwicklungspsychologie“ bezeichnet (vgl. Spektrum der Wissenschaft, 2002).

Man kann verschiedene Phasen und Phänomene der Entwicklung des Denkens unterscheiden:

  • Egozentrismus:

Das Kind schließt in dieser Phase von sich selbst auf die Umwelt und schreibt ihr auch seine Fähigkeiten zu. Es kann daher noch keine Unterscheidung zwischen Lebendigem und Leblosem treffen. Es sieht sich selbst als Zentrum und alles dreht sich um es selbst.

„Ab ca. 4 Jahren (intuitive [anschauliche] Phase) vermindern sich zwar einige „logische Irrtümer“, dennoch ist das Denken […] stark dominiert von der Wahrnehmung. Das Kind denkt egozentrisch: Es hat seine Ansicht und hält seine Ansicht für die einzig mögliche und somit auch für die einzig richtige Ansicht.[…]Es sei angemerkt, dass Egozentrismus NICHT mit Egoismus zu verwechseln ist, sondern die eigene Sichtweise des Kindes meint. […]“ Zit: http://www.lern-psychologie.de/kognitiv/piaget.htm

  • Anthropomorphismus :

Das Phänomen des Anthropomorphismus, also der Vermenschlichung zeigt sich indem das Kind Gegenständen, Möbelstücken etc. ein Eigenleben zuspricht. Zum Beispiel wird ein Kind das sich an einem Tisch anhaut sagen: „ Das war es der „böse Tisch“!“ Natürlich erwartet das Kind nicht wirklich, dass der Tisch zu ihm spricht, aber Erfahrung und Denken stimmen noch nicht überein.

Rollenspiele sind nun besonders beliebt. Die Puppe wird zum Baby und in Mutter – Vater – Kindspiele wird vieles nachgeahmt. Im Als-ob Spiel werden werden viele Lernmöglichkeiten geboten und Verhalten kann ausprobiert und geübt werden.

  • Finalismus:

Beim Finalismus werden alle Erscheinungen als „bezweckt“  erklärt. z. B. Es regnet, weil die Blumen Durst haben.

  • Das magische Denken: 

In der Phase des magischen Denkens werden Ereignisse und Erscheinungen in der Umwelt einer höheren Macht zugeschrieben oder aber eigenen Kräften und Fähigkeiten. Magische Gestalten sind daher sehr beliebt. Figuren wie Lillifee, Spiderman und Co sind die großen Stars. Es wurde auch versucht Kinder ohne magische Gestalten aufzuziehen, diese erfanden sich aber selber  welche, da sie scheinbar ein Bedürfnis danach haben. Es gibt auch Kinder, die in dieser Phase einen unsichtbaren Freund haben mit dem sie sich auch unterhalten.

Kinder lieben Märchen und Geschichten. Das kommt natürlich dieser Phase sehr entgegen. Feen mit magischen Fähigkeiten, Zauberer, Hexen und andere Fabelwesen beleben die Phantasie. „Kinder leben in einer Bilderwelt. In den Märchen finden sie Vorbilder, denen sie nacheifern können. Der Weg führt sie vom Ursprung durch den Konflikt zum glücklichen Ende. Deshalb sind Märchen, besonders die Volksmärchen mit ihrem guten Ende, große Helfer für die Kinder, die sich oft unverstanden und mit ihren Ängsten allein gelassen fühlen. Märchen geben dem Kind eine Möglichkeit, die inneren Konflikte, die es in den verschiedenen Phasen seiner seelischen und geistigen Entwicklung – zum Teil unbewusst – erlebt, intensiv zu erfassen und in der Phantasie auszuleben und zu lösen.“ (Bruno Bettelheim)

Magische Gestalten, wie das Christkind begleiten unsere Kinder und werden sehr geliebt. Allerdings sollte man sie den Kindern nicht aufdrängen, wenn sie einmal nicht mehr daran glauben. Auf Nachfragen sollte man ehrlich antworten, dann kommen sich die Kinder auch nicht belogen vor. Spannender Weise fühlen sich Kinder aber von der Christkindgeschichte selten hintergangen, im Gegensatz zu anderen Geschichten, die Ihnen aufgetischt werden. Häufiger kommt es allerdings vor, dass Kinder den Eltern zu Liebe noch ein bisschen länger ans Christkind „glauben“, um sie nicht zu enttäuschen.

Vgl.: Schenk-Danzinger 1994, S.159-164



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